Lofoten – Tag 5: Å, Reine (Norsk Fiskeværsmuseum, Lofoten Tørrfiskmuseum)

Heute herrscht wieder strahlender Sonnenschein und so sitzen wir nach einem sehr guten Frühstück noch auf der Terrasse des Hotels mit einem Kaffee in der Sonne und genießen den Ausblick.

Å

An der Südspitze der Lofoten liegt unser erstes Ziel, das Dorf Å. Hier endet die E10 (König-Olavs-Straße).

Bis in die 1960er Jahre war Å ein blühendes Fischerdorf. Heute ist der größte Teil der Fischereiindustrie jedoch in andere Gebiete abgewandert.

Norsk Fiskeværsmuseum

Das Freilichtmuseum besteht aus sieben begehbaren Gebäuden, die alle im 19. Jhdt. erbaut wurden.

Das weiße Holzgebäude aus dem Jahr 1843 war früher eine Gammelbutikken (dt. Gemischtwarenladen). Außerdem beherbergt es das Postamt, den Postkontor. Daran erinnern Regale mit alten Postkarten, Briefen und Pakete und alte Postfächer.

Hier befindet sich auch die Bakeriet (Bäckerei). Sie wurde 1844 gegründet und bis heute wird ein Holzofen aus dem Jahr 1878 verwendet. Dies stellt die heutigen Benutzer vor einige Herausforderungen, da der Ofen weder über Dampf, Licht oder Temperaturregelung verfügt. Wir verkosten natürlich die Zimtschnecken – warm und frisch.

Das alte Bootshaus (Naust) unten am Hafen ist mit zwei Stockwerken größer ist als die übrigen Häuser – ein Zeichen, dass Å ganz im Zeichen des Fischfangs stand. Hier befinden sich mehrere alte Nordland-Boote sowie Fischernetze und Fischereiausrüstung.

Durch die inkludierte Führung können wir auch eine alte Fischerhütte besuchen. An der Decke hängt ein besonderer Stockfisch, der King Cod (Königskabeljau), eine Kabeljauart mit einer besonders hohen Stirn.

Früher wurde dieser Fisch zur Wettervorhersage verwendet. In allen Fischerhütten hing ein King Cod an einem Wollfaden von der Decke. Die Luftfeuchtigkeit beeinflusste den Wollfaden und ließ den King Cod je nach Luftfeuchtigkeit in verschiedene Richtungen kreisen. Die Fischer konnten so das Wetter bis zu einem gewissen Grad vorhersagen.

Die Produktion von Lebertran war im 19. Jahrhundert auf den Lofoten ein wichtiger Industriezweig. Daher gab es in allen Fischerdörfern eine Trandamperiet (Fischölfabrik). Lebertran war früher für die Menschen in Nordnorwegen aufgrund des Sonnenmangels im Winter eine wichtige Vitamin-D-Quelle.

Die Fischölfabrik in Å verarbeitete Lebertran sowohl zum Einnehmen als auch für andere Zwecke (das Braune am Bild ist Seife). Die Lebern wurden in Fässern zum Verrotten gelagert und das dunkelbraune Öl nach einer gewissen Zeit abgeschöpft. Das Produkt schmeckte entsetzlich und viele bekamen davon Magen-Darm-Beschwerden. 

Lofoten Tørrfiskmuseum

Das Stockfisch-Museum ist das einzige seiner Art weltweit, das sich ganz dem luftgetrockneten Kabeljau widmet. Kein Wunder, das ist ja auch eher ein Nischenthema.

Das Museum ist in einer alten Fischanlandestation untergebracht.

Wir lernen, wie der Kabeljau sortiert, kategorisiert und verarbeitet wurde, bevor er in den Rest der Welt exportiert wurde. Die Waagen können bis zu 100 Kilo Fisch aufnehmen; die Schubkarren, mit denen die Fische in der Anlage transportiert wurden, sind ebenfalls noch da.

Im Trockenboden wurde der Fisch gelagert, nachdem er vollständig getrocknet war. Fische, die durch Frost oder Maden beschädigt wurden oder sauer geworden waren, wurden aussortiert. Die Sortierer verbrachten also den Sommer damit, jeden einzelnen getrockneten Fisch nach seiner Qualität zu beurteilen.

Zum Mittagessen sitzen wir im Restaurant Maren Anna in der Sonne. Der Platz ist noch genauso schön, wie wir ihn in Erinnerung haben (und auch das Essen ist noch immer sehr gut).

Reine

Reine ist seit 1743 ein wichtiges Fischerdorf. Die Nazis brannten es während des Zweiten Weltkriegs leider größtenteils nieder, was viele der alten Rorbuer und das Stadtzentrum zerstörte.

Wir merken sofort, dass sich in der Gegend hier viele beliebte Fotomotive befinden. Die roten Eliassen Rorbuer auf der Insel Hamnoy etwa, mit dem Fjord und den Bergen im Hintergrund.

Ein ebenso beliebtes Foto zeigt die Insel Sakrisøy mit den gelben Rorbuer am Ufer und den Bergen als Hintergrund.

Reine selbst ist reichlich unspektakulär; nach einem kurzen Bummel am Hafen und einem Kaffee verlassen wir es wieder.

Wir haben noch etwas Zeit und beschließen, noch ein Getränk vor dem Abendessen im Hotel zu genießen. Kurz nachdem wir im Hotel angekommen sind, beginnt es wieder zu regnen. Wir sind wirklich dankbar, dass wir tagsüber so ein Glück mit dem Wetter hatten.

Abends essen wir im Restaurant Gammelbua. Martina will seit Tagen Kabeljau-Zungen probieren; angeblich eine Spezialität. Heute ist es soweit. Der Salat, die Algen und die Ananas-Chili-Salsa schmecken sehr gut; die Kabeljauzungen sind von seltsamer Konsistenz. Ein klares nein….

Die Jakobsmuscheln, serviert mit Gurken-Minz-Salsa, Forellenkaviar und Wakame treffen dagegen genau Martinas Geschmack. Michael wählt das Rentier-Tartare, gefolgt von Lamm mit Portweinreduktion, Kartoffelpüree und Gemüse.

Zum Dessert teilen wir uns eine Mascarpone-Creme mit Baiserstücken und Früchten. Ein überraschend luftig-leichter Abschluss. Danach lassen wir den Abend mit Gin Tonic bzw. Espresso Martini in unserem Zimmer (wo der Blick auf den Hafen immer abwechslungsreich ist) ausklingen.


The Tide Hotel
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NOK 3590 pro Nacht (Superior DZ Deluxe inklusive Frühstück)

Lofoten Tørrfiskmuseum (Stockfischmuseum)
NOK 100 pro Person

Norsk Fiskeværsmuseum (Norwegian Fishing Village Museum)
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NOK 150 pro Person

Maren Anna
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Gammelbua
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