Skandinavien Tag 16 – Allein am Gletscher

Das „Mäh“ einer Schafherde weckt uns schon sehr früh und wir können beide nicht mehr schlafen. Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns auf den Weg. So sind wir früher als geplant an der Autofähre, die von Geiranger durch den Geirangerfjord nach Hellesylt fährt.

Wir genießen die Fahrt, auch wenn die Überfahrt mittlerweile eine reine Touristenattraktion ist, denn an Deck werden die wichtigsten Fakten und Sehenswürdigkeiten des Fjords über Lautsprecher in 3 Sprachen angesagt. Und wenn es mal nichts anzusagen gibt, dient die „Moldau“ als Hintergrundmusik.

Sehenswert sind die Wasserfälle „Die sieben Schwestern“ (De syv søstre) und ihnen gegenüber der Wasserfall „Der Freier“ (Frya). An den Hängen gibt es auch einige verlassene alte Bauernhöfe zu sehen. Einige hatten aufgrund ihrer Lage zeitweise keine Wasserversorgung und mussten täglich mit dem Ruderboot Trinkwasser holen. Aufgrund des fruchtbaren Bodens gab es allerdings teilweise reiche Ernten an Äpfeln, Zwetschken und sogar Marillen. Diese entlegenen Flecken Erde wurden daher bis 1961 bewirtschaftet. Kurz vor dem Einlaufen in den Zielhafen werden wir mit „Time to say good bye“ verabschiedet. Wie gesagt, keine reine Autofähre mehr…

Von Hellesylt geht die Fahrt weiter – wieder über enge und zum Großteil einspurige Straßen – in Richtung Boyum am Rande des Jostedalsbreen-Nationalpark. Seit 1991 gibt es diesen Nationalpark mit einer Fläche von 1310 km². Er soll helfen, den Gletscher naturbelassen zu bewahren. Schon um 13:30 sind wir dort und beziehen erst einmal eine Hütte direkt neben dem Gletschermuseum, dem einzigen Campingplatz. Die Hütte ist teuer, bietet aber allen Luxus: Top Bad und WC, eine gemütliche Couch, Doppelbett und sogar Fernseher.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, besuchen wir das Norwegische Gletschermuseum (Norsk Bremuseum). In diesem „Aktivmuseum“ können wir in wirklich unterhaltsamer Form Kenntnisse über Schnee, Eis und Gletscher erlangen. Hier werden alle denkbaren Fragen rund um das Thema „Gletscher“ anschaulich und größtenteils auch praktisch beantwortet.

Zu Beginn zeigt ein ganz gut gemachter Panoramafilm sehenswerte Impressionen des Jostedalsbreen. Danach können wir in verschiedenen Räumen mit Hilfe von Audio, Video und bewegten Fussböden den Klimawandel selbt „erleben“.

Später können wir an 1000 Jahre altem Gletschereis Experimente durchführen; zum Beispiel Bohrhaken setzen, den Weg von Wasser durch’s Eis verfolgen und Packeis herstellen. Man kann auch in eine künstliche Gletscherspalte hineingehen – dort ist es kalt und nass (wie im Gletscher eben) und man kann die Bewegungen des Gletschers hören und spüren.Das Museum ist wirklich kurzweilig und lohnt den Besuch auf jeden Fall.

Spätabends haben wir noch Lust, etwas zu unternehmen. Laut Reiseführer kann man sich einer Gletscherzunge in der Nähe problemlos nähern. Der Weg zum Supphellebreen ist tatsächlich leicht: Nachdem man einer ungepflasterten Straße bis zum Ende gefolgt ist, sind es nur noch 300 m. Zwar müssen einige Bäche überquert werden und die Geröllfelder am Fusse des Gletschers, aber das stellt kein Problem dar.

Und dann stehen wir im Eis am Supphellebreen – ganz alleine. Rundherum nur Eis, das oben türkis aussieht, die Berge und der Fluss. Einfach schön!


Kosten

Fähre Geiranger – Hellesylt: 374 NOK

Eintritt Gletschermuseum: 2 x 110 = 220 NOK


Boyum Camping

N – 6848 Fjærland

Mail

Hütte Nr. 5 (mit eigenem Bad)

WLAN in der Rezeption

720 NOK

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