Skandinavien Tag 20 – Sightseeing in Stockholm (1)

Gepostet von am 20. Juli 2009 in Reiseberichte, Urlaub | Keine Kommentare

Die ganze Nacht hat es nicht aufgehört, zu regnen und auch der Morgen beginnt mit Regen. Dieser Morgen verläuft zudem anders als die anderen zuvor: Das Frühstück fällt schmäler aus als sonst; dafür dauert das Packen länger. Wir packen die paar Dinge für Stockholm in die Tagesrucksäcke und die Tasche bzw. der große Rucksack wird schon für die Heimreise fertig gepackt.

Die restlichen Kilometer sind auf der Autobahn schnell geschafft. Zuerst deponieren wir unser Gepäck am Terminal 2 – mit den Tagesrucksäcken ist es bequemer. Dann geben wir das Auto zurück, das ist auch in 5 Minuten (bestehend aus reinem Small Talk) erledigt ist. Wieder am Flughafen kaufen wir die 72-Stunden-Stockholmcard . Diese Karte bietet freien Eintritt zu 75 Museen und Sehenwürdigkeiten, freie Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar kostenlose Boots-Sightseeingtouren. Dann geht’s mit den Öffis ins Zentrum und zum Hotel. Das Hotel liegt ausgesprochen zentral (neben Einkaufsstrasse und dem Bahnhof), die Zimmer sind stylish und schön.

Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und größte Stadt in Skandinavien. Sie ist auch die Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlamentes und der schwedischen Regierung. Stockholms geographische Lage ist aussergewöhnlich: Etwa 30 Prozent der Stadtfläche sind mit Wasser bedeckt. Die Stadt erstreckt sich über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser aus Mälarsee, der 120 km ins Landesinnere reicht und durch eine Schleuse vom Meer getrennt ist.

Mittlerweile hat sich das Wetter geändert – es ist strahlend schön, blauer Himmel und warm. Nach einem Bummel durch die Einkausfstraßen – hier könnte man tagelang nur flanieren – planen wir bei einem Guiness und einem Cider auf der Terasse eines Irish Pubs die weiteren Tage.

Dann geht’s mit der historischen Straßenbahn nach Djurgården. Die Bahn wird mit alten Waggons aus den Jahren1920 – 1950 geführt und vonenthusiastischen Mitgliedern der schwedischen Straßenbahngesellschaft betreut, die auch in alten Uniformen Dienst tun. Unser Ziel ist auch das Ziel der Bahn: Eines der Museen auf Djurgården, genauer das Vasamuseum.

Das Vasamuseum liegt inmitten von einem großen Park und wir haben auch einige Zeit, dem Treiben dort zuzuschauen, denn die Schlange vor dem Eingang ist beachtlich. Wir wundern uns noch immer: Ein Museum für nur 1 Schiff? Die Vasa ist Mit über 95 % erhaltener Originalteile und einer Verzierung aus Hunderten von geschnitzten Skulpturen ist die Vasa einzigartig – wir aber überwältigt. Nichts, aber auch gar nichts beschreibt die Größe des Schiffes. Und das ganze aus Holz. Dabei hat die Vasa keine Segel gehisst – sie liegt da, als wäre sie im Winterquatier.

Trotzdem kann man nicht anders – wir sind sprachlos. Die Vasa wurde von 1626 – 1628 gebaut. Mit 64 Kanonen sollte es ein beeindruckendes Kriegsschiff werden. Das Segelschiff war 69 Meter lang, 12 Meter breit und am Großmast fast 52 Meter hoch. Die gesamte Segelfläche lag bei etwa 1.300 m² und das Achterdeck lag 20 Meter über dem Wasserspiegel. Doch das beeindruckende Schiff blieb nicht lange über Wasser: Nach etwa1.300 Metern (noch im Hafen) und ca. 20 Minuten sank das Segelschiffauf seiner Jungfernfahrt. Nachdem wir den Film über die Bergung und die Restaurierung gesehen haben und das Schiff lange genug bestaunt haben, geht’s wieder nach draussen. Wir schlendern am Hafen entlang (besser an einem der Häfen) und beschliessen, das Wetter zu nutzen. Ein Bus bringt uns bequem zum Katharinahissen. Der Aufzug verbindet die Stadtteile Slussen und Mosebacke und wurde einst gebaut, um den Höhenunterschied zwischen diesen Stadtteilen zuüberwinden. Heute ist er ein sehr guter Aussichtspunkt.

Nach einem ersten Blick auf die Altstadt (Gamla Stan) gehen wir dann auch auch in die alten Gassen. Die Gamla Stan liegt auf einer der Inseln von Stockholm. Sie war der Ursprung der Besiedelung in dieser Gegend. Am zentralen Platz, dem Stortorget, war das Rathaus und dahinter befand sich die Dorfkirche. Von diesem Platz führten Straßen, die nach einem unregelmäßigen Muster angelegt wurden, zu den verschiedenen Stadttoren.
Wir bummeln durch eben diese engen, verwinkelten Gassen mit den bunten Häusern. Wir suchen uns ein nettes Lokal und essen im Freien zu Abend. Der Rückweg Richtung Hotel führt uns durch die Altstadt zum Stockholmer Schloss (Kungliga slottet). Es liegt genau im heutigen Zentrum von Stockholm. Das Zentrum der regelmäßigen Vierflügelanlage bildet der quadratische Schlosshof, der um diese Zeit menschenleer in der Abendsonne liegt.

Die gesamte Anlage wird durch Palastwachen bewacht. Plötzlich kommt Bewegung in die Wachen, Funkgeräte werden verteilt, dann wird gefunkt – wir sind verwundert. Pünktlich um 20:00 folgt die Erklärung: Wachablöse beim Stockholmer Schloss – die blau gekleideten Palastwachen werden von grün gekleideten Soldaten abgelöst. Die Ablöse folgt offensichtlich einem strikten Protokoll, das die Wachen exakt, aber mit einem angedeuteten Lächeln einhalten. Die “grüne” Ablöse kommt im Gleichschritt, 1 Soldat tauscht mit der Wache den Platz und weiter geht’s zum nächsten Wachhaus.
Während wir den Palast umrunden, können wir so beobachten, wie aus der ursprünglich “grünen” Kompanie eine blau gefärbte wird. Wir freuen uns, dass wir dieses Schauspiel zufällig erwischt haben – eigentlich findet dieses um 12:15 Uhr statt. Mittags marschieren die neuen Wachtruppen begleitet von Musikkorps in historischen Uniformen auf und zelebrieren die Wachablösung.

Trotzdem merken wir den Tag in den Knochen und so gehen wir nun endgültig ins Hotel. Nach einer entspannenden Dusche lesen wir noch im Reiseführer und entscheiden, was wir morgen machen wollen. Im bequemen Bett schlafen wir gegen 23:00 wie im Himmel.

Kosten

72-Stunden-Stockholmcard: 2 x 580 = 1160 SEK

Clarion Hotel Sign

Ostra Jarnvagsgatan 35

S – 10 126 Stockholm

Homepage

Mail

WLAN vorhanden, aber gegen Gebühr

931 SEK (Zimmer mit Frühstück)

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  1. London: 3. Tag | Homepage von M & Ms - […] Wieder haben wir Glück und können bei herrlichem Wetter und einem menschenleeren Schiff die Größe des Schiffs so richtig…

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