Skandinavien – Allgemeines, Organisatorisches, Kosten

Gepostet von am 24. Juli 2009 in Reiseberichte, Urlaub | Keine Kommentare

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Hier trotzdem ein paar Infos:

Anreise

Wir sind mit Air Berlin um 1 EUR + Taxen pro Strecke von Wien nach Stockholm Arlanda geflogen. Wer will, kann mit der Norwegian auch noch weiter nach Norden fliegen (etwa Stockholm Arlanda – Lulea) und spart sich so viele Kilometer.Wir haben darauf verzichtet und es nicht bereut – die Strecke ist landschaftlich toll. Wenn man das unterwegs sein mag, perfekt! Sehenswertes im klassischen Sinn gibt es auf dem direkten Weg aber kaum.

Mietwagen

Im Allgemeinen ist billiger, einen Mietwagen in Schweden zu mieten (auch wenn das eigentliche Ziel in Norwegen liegt), die Preise sind signifikant höher. Da Skandinavien bei fast allen Anbietern als ein Land gilt, sind Grenzübertritte kein Problem und auch kostenlos.
Wir haben uns nach einigen Recherchen und Preisvergleichen für Europcar entschieden.
Das Service in Stockholm ist perfekt. Am Schalter wird damit geworben, dass man in 5 Minuten sein Auto hat und das stimmt auch. Wir hatten einen Skoda Fabia Diesel “Greenline”. Der Preis war günstig – 5.312 SEK inkl. freie Kilometer, 2. Fahrer und Grenzübertritte. Leider kann man das Service von Europcar bei der Abholung nicht mit dem bei der Abrechnung vergleichen. Die Abrechung erhöhte sich ohne Angabe von Gründen um etwa 1.000 SEK (!!!).
Nach mehrmaligem Nachfragen hat Europcar den Fehler bei der Abrechnung eingestanden und die Differenz schließlich auch zurück gebucht. Noch einmal gut gegangen.

Navigation & Reiseführer

Unterwegs hat uns unser tomtom one Navi nie im Stich gelassen. Aktuelles Kartenmaterial vorausgesetzt (wie bei jedem Navi) kann Autofahren nicht entspannter sein. Als Reiseführer hatten 2 verschiedene Begleiter:

Für Norwegen hatten wir die aktuelle, deutsche Ausgabe des Lonely Planet Norwegen dabei. Die können wir aber leider nicht weiterempfehlen. Zum einen sind die Seitenangaben im Index teilweise falsch, manche Orte oder Sehenswürdigkeiten scheinen im Index auch gar nicht auf. Preise stimmen um bis zu 50% nicht; Öffnungszeiten sind falsch oder fehlen ganz. Bei den Unterkünften gilt ähnliches: Die, die im “Lonely Planet” angeführt sind, findet jedes blinde Huhn. Leider fehlen individuelle Empfehlungen. Auch stimmt der Hinweis, dass dies “der einzige Platz weit und breit” sei, leider nie.
Zuletzt sind wichtige Infos oft im allgemeinen Text quasi versteckt, exorbitant hohe Mautgebühren werden z.B. nur in einem Nebensatz erwähnt, aber nicht nominell genannt. Dies alles macht das Unterwegs sein vor Ort sehr mühsam. Da wir ansonsten nur die englischen “Lonely Planet”-Ausgaben hatten, können wir nicht beurteilen, ob dies an der deutschen Ausgabe lag.

Für Schweden hatten wir die aktuelle englische Ausgabe des Rough Guides to Sweden. Diesen Reiseführer konnten wir aber nur in Stockhlom testen. Dort hat sich der Reiseführer allerdings bewährt – da die Ausgabe sehr neu war, stimmten alle Infos. Die Informationen sind knapp, aber ausreichend. Nur der Index könnte (schon wieder) besser sein.

Strassenzustand und Fähren

Generell sind die Strassen in gutem Zustand, aber eng und kurvig. Die realistische durchschnittliche Geschwindigkeit liegt nach unserer Erfahrung bei ca. 60 km/h in Norwegen und bei 75 km/h in Schweden. Wenn auf der Strecke Fähren vorkommen, muss man für das Warten und An-Bord-gehen, sowie die Überfahrt einige zusätzliche Zeit einrechnen.

Vor allem in Schweden und im Hohen Norden sollte man die “Achtung Rentier”-Schilder ernst nehmen. Wir haben die Tiere selten tagsüber ab 19:00 häufig gesehen. Wer dann noch unterwegs ist, sollte also achtsam sein. Die Tiere sind scheinbar an Fahrzeuge gewöhnt und zeigen – sehr zur Freude für uns als Fotografen – keine Scheu. Wenn man aussteigt, laufen sie allerdings weg. Das kann bei größeren Herden nötig sein, um weiter zu kommen.

Baustellen sind in Skandinavien selten besonders gut gekennzeichnet. Meistens wird die Baustellenarbeit einfach ein paar Minuten unterbrochen, um den Verkehr passieren zu lassen. Ab und zu kann man aber auch ein “Follow me”-Car vor sich haben, dem man dann durch die Baustelle folgen muss, weil die Baustelle ansonsten nicht gesichert ist.

Sämtliche Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke werden sowohl in Schweden, als auch in Norwegen, durch ein ⌘ – Symbol gekennzeichnet. Dieses erinnert Mac-User allerdings sehr an den Computer zu Hause. Auch die Campingplätze sind ausgewiesen; meist sind auch die vorhandenen verschiedenen Unterkünfte (Stellplatz für Wohnmobil oder Wohnwagen, Zelt, Hütte) angegeben.

Unterkünfte

Skandinavien ist das Land der Camper: Es gibt tausende Plätze für Wohnwägen und Zelte – viele bieten auch Hütten zu mieten. Wir haben uns nach einigem Überlegen gegen das Zelt und für Hütten entschieden. Ein Fehler, unserer Meinung nach. Wer ein Zelt hat, das wind- und wettersicher ist und eine schmalmaschige Mückengaze hat, sollte dieses auf jeden Fall mitnehmen!! Der Grund: Mit dem Zelt (oder dem Wohnwagen) hat man freie Platzwahl; also meistens die 1. Reihe. Vor allem aber sind Hütten nicht immer leicht zu finden.

Die Hütten bieten unterschiedlichen Komfort – je nach Preiskategorie, aber immer ein festes Dach über dem Kopf und eine Kochgelegenheit. Meistens haben die Hütten Stockbetten und auch fließendes Wasser. Es gibt aber auch Hütten mit eigenem Bad und WC. Achtung – nicht alle Hütten haben eine Heizung.

Die Preise liegen in Norwegen bei ca. 400 – 600 NOK für eine 4-Personen-Hütte ohne eigenes Bad und 500 – 1.300 NOK für eine eine 4-Personen-Hütte mit eigenem Bad. Ausserhalb der großen Städte (Tromsø, Trondheim) sinken die Preise drastisch. Es lohnt sich also, 20km weiter zu fahren. In Schweden ist das Preisniveau auch hier niedriger und auch die Gestaltung der Hütten (Ikea sei dank?) besser. Zudem gibt es in Schweden auch Hütten für 2 Personen.

Die Ausstattung der Hütten:

  • Stockbetten
  • Tisch und 1 Sessel pro Person, selten eine Couch
  • meistens fließendes Wasser, aber nicht immer warm
  • immer ein Kühlschrank
  • immer Kochplatten und etwas Geschirr

Es ist im Allgemeinen nicht notwendig, die Hütten vorab zu reservieren; es gibt genügend freie Hütten (auch in der Hochsaison) – vorausgesetzt, man akzeptiert die Preise.Wir können uns nur wiederholen: Wer ein gutes Zelt hat, sollte es – und sei es zur Sicherheit – mitnehmen.

Verpflegung

Auch hier unterscheidet sich Schweden deutlich von Norwegen, auch wenn die Supermarktketten dieselben sind. In Schweden ist das Preisniveau und die Auswahl etwa gleich wie in Österreich. In Norwegen ist das Preisniveau deutlich höher und die Auswahl meist geringer als in Österreich.Unser Tipp daher: Wer Fertigprodukte (vor allem für Süssspeisen) mag, sollte diese mitbringen. Bei uns haben sich folgende Produkte bewährt:

  • Nutella
  • Dr. Oetker “Süsser Moment”
  • Maggi Kaiserschmarr’n
  • Knorr Gebratener Reis

Frischer Lachs / Fisch oder frische Shrimps sind in Norwegen in jedem Supermarkt zu bekommen – aber nur gleich morgens bis ca. 12:00. Die Qualität ist exzellent, die Preise günstig. Ein Leckerbissen!

Ein paar Worte zu den Supermarktketten: Die größte ist “Coop”. Hier die Arten der Shops aufsteigend nach der Größe und Auswahl: Coop marked, Coop prix, Mega Coop, Coop Forum. Daneben gibt es (nur in Norwegen) noch “Rimi” – der größer dann “Rema 1000” heisst und die Nahversorger “Joker”, der meist auch eine Apotheke und Postfiliale hat.

Wir haben für 19 x Frühstück und ca. 15 x Abendessen sowie täglich etwas heisses Wasser 2 Gaskartuschen à 220 g gebraucht.

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  1. Schweden 2015 – Allgemeines und Anreise | Homepage von M & Ms - […] immer (siehe auch unsere bisherigen Erfahrungen hier und hier) planen wir eine schöne Runde vor, um die Pläne dann…

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