Mit der Fähre fahren wir von Fiskebøl nach Melbu auf den Vesterålen.
Vesterålen
Die Vesterålen befinden sich direkt nördlich der Lofoten. Unser Ziel ist Stokmarknes. Hier gründete Kapitän Richard With 1893 die Hurtigruten mit dem Ziel, die Gemeinden entlang der rauen norwegischen Küstenlinie – der zweitlängsten der Welt – sicher und zuverlässig miteinander zu verbinden.
Hurtigrutemuseet

Direkt am Ufer liegt ein modernes, kastenförmiges Gebäude aus Glas. In seinem Inneren befinden sich zwei Schiffe – die denkmalgeschützte MS Finnmarken aus dem Jahr 1956 und die DS Finmarken aus dem Jahr 1912.
Tour durch den Maschinenraum

Das absolute Highlight unseres Besuchs ist die Führung durch den Maschinenraum der MS Finnmarken, die wir direkt an der Rezeption des Museums buchen. Wir sind nur zu zweit und die Führung orientiert sich ganz an unseren Wünschen.

40 Minuten lang erfahren wir, wie das Schiff von Freiwilligen restauriert wurde. Wir sehen alle Ecken des Maschinenraums, sogar hinter den Schaltschrank dürfen wir, um die Verkabelung und die alten Sicherungen zu sehen. Als das Schiff von Rost befreit und neu gestrichen wurde, wurden übrigens – zum Leidwesen unseres Guides – die Bolzen und fast alle Typenschilder übermalt. Damit lassen sich die Abdeckungen nun nicht mehr öffnen.

Besonders schön ist, dass alles so wirkt, als wäre die Mannschaft nur kurz weg. In den Werkstätten neben dem Maschinenraum liegen Kabel, Lampen und elektrische Kleinteile und im Bereich des Maschinisten auch ein altes Comic-Heft.
Diese Tour war wirklich etwas besonderes: So viel Zeit für Fragen und einen Einblick nur für uns, das hatten wir noch nie.
Dauerausstellung
Die Ausstellung selbst ist thematisch gegliedert, sodass man gezielt das findet, was einen besonders interessiert – sei es die technische Entwicklung oder die Geschichte der Seeleute im Zweiten Weltkrieg.

Mitten in der Ausstellung steht die Leuchtturm-Linse vom Leuchtturm Litløy, die 2,5 Meter im Durchmesser misst und über fünf Meter hoch im Raum aufragt.
An der Themenstation Im Krieg erfahren wir, dass im Zweiten Weltkrieg bis zu 17 Hurtigruten-Schiffe versanken und wie die Seefahrer unter diesen unvorstellbaren Bedingungen weiterfuhren.
Der Speisesaal der 2. Klasse der MS Finnmarken wurde originalgetreu entsprechend dem Stand von 1956 restauriert.

Am Flaggendeck am Heck genießen wir einen kleinen Imbiss. Das Angebot im Café orientiert sich an den Menükarten der Hurtigruten aus den 1950er- und 60er-Jahren. Es gibt also Lachs-Sandwich für uns beide.

Bei den Kabinen ging es natürlich damals wesentlich rustikaler zu, jedoch lassen sich hier ganz klar die Unterschiede der verschiedenen Klassen (sowohl für die Crew als auch die Passagiere) erkennen.
Henningsvær
Weiter geht es nach Henningsvær. Im Jahr 1769 lebten hier 4 Menschen, aber im folgenden Jahr erhielt der Ort die Erlaubnis, ein Gasthaus mit einer Schanklizenz zu betreiben, und alles änderte sich. Im Jahr 1882 war Henningsvær das größte Fischerdorf der Lofoten.

Wir übernachten im Henningsvær Bryggehotell. Das Hotel besteht aus acht Gebäuden entlang der Uferpromenade. Wir sind begeistert vom traumhaft schönen Zimmer mit Blick auf den Hafen. Einfach nur unglaublich toll.
Danach spazieren wir noch durch den Ort. Hier sind das erste Mal richtig viele Touristen unterwegs; zahlreiche Schilder der Gemeinde bitten (offensichtlich mit mäßigem Erfolg) um Rücksicht auf die Bewohner.

Henningsvær ist – neben dem Ruf als Venedig des Nordens – vor allem für das Fußballstadion bekannt. Es liegt zwischen hohen Bergen, umgeben von Meer und Fjorden. Der Platz ist das Zuhause des örtlichen Amateurvereins Henningsævr IL. Entscheidend für die Bekanntheit des Platzes war aber wohl eher ein Video der UEFA und Pepsi.
Wir essen auch hier in der Vind Brasserie, nachdem das eigentlich geplante Restaurant mit Ende 2025 geschlossen wurde. Als Vorspeise nimmt Martina das Carpaccio und Michael die Muscheln, die Martina als Hauptspeise nimmt.


Miesmuscheln in Weißwein mit Chili, Zwiebel und Fenchel
Michael entscheidet sich für Skirt Steak vom Rind mit Kartoffeln, Salat der Saison und Bärlauch-Hollandaise-Schaum. Zum Dessert nimmt Martina Cheesecake aus norwegischem Braunkäse, garniert mit Baiser und.

Danach lassen wir den Abend in unserer Junior Suite ausklingen. Der Himmel zeigt Spuren von blau, aber es bläst ein starker, kalter Wind. Der Blick aus den bodentiefen Fenstern ist trotzdem schön.
Fähre Melbu – Fiskebøl (und retour)
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NOK 81 (Elektroauto bis 6 Meter) pro Strecke
Hurtigrutemuseet
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NOK 205 pro Person + NOK 105 pro Person für die Führung
Henningsvær Bryggehotell
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NOK 5717 für 1 Nacht (Junior Suite mit Meerblick inklusive Frühstück)
Vind Brasserie
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