Tag 12 & 13 | Glen Coe, Glenfinnan Monument / Viadukt, Neptun’s Staircase und Fort William

Gepostet von am 12. August 2018 in Featured, Reiseberichte, Urlaub | Keine Kommentare

Ausnahmsweise gibt es hier für 2 Tage nur einen Reisebericht.

Tag 12: Von den Orkneys nach Glen Coe

Am Samstag klingelt der Wecker zu einer nachtschlafenen Zeit (05:00) 🙄 , trotzdem ist die Sonne bereits aufgegangen. Um 07:45 fährt unsere Fähre die uns wieder zurück auf das britische Festland bringt. Und der Tag fängt wieder “spannend” an: Michi muss rückwärts vom Parkplatz auf die Fähre fahren und sich zwischen 2 geparkten LKW-Auflegern parken. 😯 Martina stirbt 1000 Tode, aber alles klappt perfekt. 😉 Auf dem Weg vom Parkdeck bekommt Michi von jedem Arbeiter ein anerkennendes Daumen hoch. Gut gemacht!

Nach unserer Ankunft steht heute ein relativ langer Weg an: Im Zuge der Reiseplanung haben wir beschlossen, gleich in das Glen Coe zu fahren und dort 3 Nächte zu bleiben, um die Umgebung zu erkunden.

Das Glen Coe besteht aus vulkanischem Gestein, wobei die heutige Landschaft größtenteils durch die starke Vergletscherung Schottlands während der Eiszeiten geschaffen. wurde. Das Tal ist eingebettet von hohen, steilen Bergrücken und wird vom River Coe durchflossen, in den viele kleine Bäche münden, die in Wasserfällen von den Bergen herabkommen. Das Tal war Schauort des Glen Coe Massakers, in dem der Campbell-Clan 1692 ein Massaker am örtlichen MacDonald-Clan vollbrachte, bei dem 40 Bewohner umkamen und viele weitere in den Wochen danach den Hungertod in den Highlands starben. Das Tal  wurde jedoch auch anderweitig genutzt: Viele Harry-Potter-Szenen und James Bonds Skyfall wurden hier gefilmt.

Mit Pausen sind wir gegen 15:00 am Campingplatz. Dieser liegt praktischer Weise gleich neben dem Visitor Center; die Stellplätze sind sehr groß und die Sanitäranlagen sehr sauber und gepflegt. Ideal, um hier mal wieder Wäsche zu waschen.  :mrgreen:

Wir schauen aber auch noch im Visitor Center vorbei, um uns mit Kartenmaterial einzudecken. Schließlich führen einige Wanderwege direkt am Campingplatz vorbei – das will genutzt werden. Dann lassen wir den Abend bei unglaublich warmem Wetter und Sonnenschein ausklingen.

Tag 13: Glenfinnan Monument / Viadukt und Fort William

Wir wachen auf und es regnet 😯 – das 1. Mal auf unserer Reise. Es ist grau in grau und windig. Nicht sehr einladend.

Heute wollen wir die nähere Umgebung erkunden. Bei dem Wetter beschließen wir, erst um 10:45 nach Fort William, der 2. größten Stadt in den schottischen Highlands zu fahren. Fort William ist auf Grund seiner Lage ein Touristenzentrum; auch wenn die Stadt selbst wahrlich keine Schönheit ist. Fort William gilt als Zentrum für Bergwanderer, da gleich 2 Weitwanderwege vorbei führen: Der West Highland Way (Glasgow nach Fort William) und der Great Glen Way (Fort William nach Inverness). Das Zentrum besteht aus einer kleinen Einkaufsstrasse voller Outdoor-Shops, ein paar Pubs und das war es dann auch schon. Wir bummeln kurz durch das Zentrum, bevor es Zeit für unser Mittagessen wird.

Wir haben um 12:30 im “Crannog Seafood Restaurant” reserviert. Dieses Lokal bietet ein 2- oder 3-gängiges Mittagsmenü um £15.95 bzw. £ 18.95. Das ist ein Angebot, dem wir nicht widerstehen können. 😉 Martina entscheidet sich für Muscheln in Tomaten-Chilli-Sud, Michael wählt den Dorsch in einer Nusskruste mit Kartoffelstampf, Spargel und Sauce Hollondaise. Danach wählen wir beide die Panna Cotta auf Beerenspiegel. Das Essen ist ausgezeichnet und außerdem hat man vom Tisch aus einen schönen Blick auf den Loch Linnhe.

Nach dem Essen fahren wir zum Glenfinnan Viaduct. Dieser spezielle Bahnabschnitt ist seit den Harry Potter-Filmen berühmt. Der Dampfzug Jacobite Steam Train fährt auf einer Strecke von 70 km von Fort William nach Mallaig, und das seit 1984. Richtig berühmt und zum Fotomotiv wurde er wie gesagt erst in jüngeren Jahren, da in den Filmen der Hogwarts-Express das Viadukt passiert.

Das Viadukt selbst war zum Zeitpunkt der Fertigstellung eine technische Pionierleistung: Es war eine der ersten großen Betonbrücken überhaupt, was dem Erbauer Robert McAlpine später den Spitznamen Concrete Bob („Beton-Bob“) einbrachte. Die Brücke ist 380 Meter lang, hat 21 Pfeiler, die bis zu 30 Meter hoch sind. Nachdem wir einige Fotos gemacht haben, fahren wir noch ein kleines Stück weiter.

Wir erreichen unser Ziel und sind angesichts der Menschenmassen erst mal schockiert. Überall parken, schon 1-2 Meilen vorher stehen Autos am Straßenrand, alle Parkplätze scheinen voll.  😯 Da hatten wohl einige dieselbe Idee… Erstaunlicherweise bekommen wir auf dem Parkplatz des Visitor Centers einen Parkplatz – geht doch.  😉 Wir entscheiden uns für den ausgeschilderten Weg zu dem Aussichtspunkt direkt oberhalb. Gemeinsam mit 1000 anderen warten wir dann auf den Zug. Praktischerweise kommen um 15:10 und um 15:20 gleich 2 Züge vorbei. Der Anblick ist dann auch wirklich sehr malerisch.

Das Glenfinnan Monument “nebenan” ist für die Schotten ein geschichtsträchtiger Ort. Nach dem Bonnie Prinz Charles auf die Unterstützung der Mitglieder des Clans MacDonald, weiterer MacDonalds, Camerons und Macdonnells hoffen konnte, hisste er am Montag, den 19. August 1745 auf dem nahen Hügel seine königliche Standarte und beanspruchte den schottischen und englischen Thron. Dies war der Beginn der Rebellion, die acht Monate später in der Schlacht bei Culloden am 16. April 1746 niedergeschlagen wurde. 1815 wurde ein Monument errichtet, auf dem eine Statue eines Highlanders im Kilt zu sehen ist, um der historischen Ereignisse dieses Ortes zu gedenken.

Auf dem Rückweg kommen wir an Neptun’s Staircase vorbei. Auf 450 Metern überwinden hier 8 Schleusen einen Höhenunterschied von 25 Metern. Sie bilden den Einstieg in den Caledonian Canal und den Anfang einer Strecke, die immer wieder unterbrochen wird durch weitere Schleusen, wie etwa bei Fort Augustus. Wir haben unglaubliches Glück – keine 5 Minuten nach unserer Ankunft wird die drehbare Straßenbrücke geöffnet, damit 2 Boote passieren können.

Leider bleibt das Wetter auch am Nachmittag grau. Unser Besuch beim Glen Navis Visitor Center erlaubt daher nur den Blick auf einen in Wolken gehüllten Ben Nevis, mit einer Höhe von 1345 Metern der höchste Berg Schottlands und Großbritanniens, hat. Der Aufstieg beginnt circa 20 Meter über dem Meer und steigt auf den ersten 3 Kilometern über grobe Felsstufen steil an. Danach folgt ein kleines Stück ausgebauter Kies- bzw. Schotterweg. Später besteht der Weg immer stärker aus losen Steinen, bis er auf dem letzten Kilometer durch eine Geröllwüste führt. Die Wanderer, die um diese Zeit gerade wieder zurück kommen, wirken geschafft und müde. Wir beschränken uns daher auf den Blick von unten, wir wollen ja keine Verletzten (=Martina).  😳

Am späten Nachmittag kommen wir wieder auf den Campingplatz, wo wir das wieder schöne Wetter nutzen und einen gemütlichen Abend verbringen. Schottisches Bier, Cider und Whisky darf dabei nicht fehlen.  😆

Glencoe Camping and Caravanning Club Site3 Sterne

Glencoe, Ballachulish PH49 4LA

£25.00 pro Nacht für 2 Personen mit Wohnwagen, Auto und Strom.

Schöne, große Stellplätze und gute, sehr saubere Sanitäranlagen.

https://www.campingandcaravanningclub.co.uk

Ben Navis3 Sterne

B9055, Stromness KW16 3JZ

Crannog Seafood Restaurant4 Sterne

Town Centre Pier, The Waterfront, Fort William PH33 6DB

http://www.crannog.net/restaurant/our-restaurant/

Glenfinnan Viadukt3 Sterne

A830 Rd, Glenfinnan PH37 4

Eintritt frei.

Glenfinnan Monument1 Sterne

Lochaber PH37 4LT

Eintritt  frei.

https://www.nts.org.uk/visit/places/glenfinnan-monument

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