Island 2022 – Tag 10 (Westfjorde: Dynjandifoss, Ísafjörður)

Wir fahren bei strahlendem Sonnenschein über die Schotterstraße 63 etwa 90 Kilometer von Patreksfjörður zum Dynjandi. Wie üblich geht es hinauf in die Berge, mit einer herrlichen Aussicht auf die Fjorde, Wasserfälle, kleine Seen und große Lavafelder.

Irgendwann gehen auch Isländern die Namen für Wasserfälle aus: Der 1. Wasserfall heute heißt Fossfjörður Foss (was soviel heißt wie Wasserfall im Wasserfall-Fjord).

Unterwegs kommen wir sogar an einem Schwimmbad (Reykjafjarðarlaug) im Nirgendwo vorbei, natürlich geheizt. Die Landschaft hier ist unglaublich beeindruckend und wir können uns gar nicht satt sehen.

Dynjandifoss

Irgendwann kommen wir am Dynjandifoss an. Der Fluss Dynjandisa stürzt hier mehrere hundert Meter tief über mehrere Felskanten und formt insgesamt 7 Wasserfälle, bevor er in den Borgarfjördur mündet.

Der Dynjandifoss ist der größte der Wasserfälle. Er ist 100 Meter hoch und fächert sich von 30 Metern Breite oben auf 60 Meter unten auf. Maximal 8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen in die Tiefe.

Von unten nach oben reihen sich der Bæjarfoss, Hundafoss, Hrísvaðsfoss, Göngumannafoss, Strompgljúfrafoss und der Hæstahjallafoss aneinander. Fairerweise muss man sagen, dass an anderen Orten aus 2 Wasserfällen einfach einer gemacht werden würde, so knapp beieinander liegen die Fälle.

Vom Parkplatz bis zur großen Ebene vor dem Wasserfall schlängelt sich ein Weg hinauf und bietet an jedem der Wasserfälle einen kleinen Aussichtspunkt.

Danach fahren durch einen neuen Tunnel, Dýrafjarðargöng, der die Fahrt vom Dynjandi nach Ísafjörður beschleunigt.

Kurz vor unserem nächsten Ziel fahren wir dann auch noch durch den Vestfjarðagöng, den längsten Tunnel in Island. Dieser Tunnel hat drei Einfahrten, die sich an einer Kreuzung im Tunnel treffen . Der Breiðadalur, führt nach Flateyri, der Botnsdalur führt nach Suðureyri und der Tungudalur nach Norden in Richtung Ísafjörður. Der Tunnel umgeht übrigens den Breiðadalsheiði, dessen Gipfel mit 610 m früher der höchste regelmäßig befahrene Pass der Westfjorde war.

Ísafjörður

Einst war der Hafen von Ísaförður voller Großsegler und norwegischer Walfänger, heute ist der Ort mit circa 2.500 Einwohnern die unangefochtene „Metropole“ der Westfjorde. Sogar eine Universität gibt es hier.

Die Altstadt besteht aus ungefähr 5 Häusern und bildet den ältesten erhaltenen Siedlungskern Islands. Deutsche, Engländer und Dänen errichteten hier im 16. Jahrhundert Handelsniederlassungen. Das älteste Haus, das heute noch steht, stammt von 1734.

Bis auf diese 5 Häuser ist die Stadt nicht besonders schön. In einem der alten Häuser befindet sich das Restaurant Tjöruhúsið. Hier genießen wir Fischsuppe, kurzärmelig im Freien in der Sonne. Ein seltenes Vergnügen.

Arctic Fox Center

Gleich östlich von Ísafjörður, in Súðavík, legen wir den nächsten Stopp ein.

Die Erforschung des Polarfuchses steht im Mittelpunkt des Arctic Fox Zentrums. In einem renovierten Bauernhof informiert ein winziges Museum über das Leben der Tiere, ihre Beziehung zum Menschen und ihren Lebensraum.

Das Highlight ist aber die hier lebende Polarfüchsin, die von Hand aufgezogen wurde. Sie ist 1 Jahr alt und mitten im Wechsel auf das Sommerfell. Sie schreit ganz aufgeregt (sehr laut), als wir uns nähern – laut der Angestellten froh über die Aufmerksamkeit. Kein Wunder, wir sind ganz alleine hier und können sie in aller Ruhe beobachten. Sie hüpfte und springt durch ihr Gehege, wälzt sich in der Sonne und fühlt sich offensichtlich pudelwohl.

Ein Gesetz verbietet, von Hand aufgezogene Tiere wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Daher lebt sie nun hier.

Den Polarfuchs gibt es in zwei Farbvarianten: blau und weiß. Die blaue Farbvariante ist das ganze Jahr über dunkelgrau, aber im Spätwinter bleicht die Sonne das Fell aus, so dass es im Frühjahr fast weiß aussehen kann. Die weiße Farbvariante ist im Winter weiß, aber im Sommer wird ihr Fell zu einer Mischung aus braun und hellgrau. In den Westfjorden ist die Mehrheit (85%) der Polarfüchse von der blauen Farbvariante.

Dokkan Brugghús

Wir haben Zeit und bleiben auf dem Rückweg in der Dokkan Brugghús, der Mikrobrauerei von Ísaförður stehen. Michi wählt 4 lokale Biere für eine Verkostung – eine nette Pause.

Um 18:30 fahren wir mit der Fähre in 2,5 Stunden von Brjánslækur in den Westfjorden nach Stykkishólmur auf der Halbinsel Snæfellsnes. Damit sparen wir uns den Weg durch die Fjorde und über Schotterstraßen, den wir auf dem Hinweg genommen hatten.

Stykkishólmur

Das Nest Stykkishólmur liegt um einen natürlichen Hafen, der von einer Basaltinsel überragt wird.

Wir übernachten im Fosshótel Stykkishólmur, einem Bau, der an eine silberne Schachtel erinnert. Der Ausblick von oberhalb der Bucht ist trotzdem schön und unser Zimmer passt auch.

Spätabends haben wir im Restaurant Narfeyrarstofa reserviert. Das unzweifelhaft beliebteste Feinschmeckerlokal auf Snæfellsnes ist noch immer bis auf den letzten Platz voll. Die wundervollen Jakobsmuscheln sind definitiv ein Highlight, genauso wie der Fischburger und das Tiramisu. Ein perfektes Ende dieses Tages.


Tjöruhúsið Restaurant
Neðstakaupstað, 400 Ísafjörður

Arctic Fox Centre
Homepage
Eintritt + Spende: ISK 1.500 pro Person

Seatours (Baldur)
Fähre Brjánslækur – Stykkishólmur
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2 Personen + Auto: ISK 18.390

Fosshótel Stykkishólmur
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Narfeyrarstofa Restaurant
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