Island – Tag 10: Golden Circle (Gullfoss, Strokkur, Geysir, Þingvellir)

Gepostet von am 03. Juli 2013 in Featured, Reiseberichte, Urlaub | Keine Kommentare

Heute setzen wir unsere Hochlandquerung fort. Von Hveravellir fahren wir weiter nach Süden bis zum Hvítarvatn, einem Gletschersee des Langjökull. Einige Kilometer weiter bildet der See den Wasserfall Gullfoss.

Island-179Der Gullfoss ist bereits Teil des “Golden Circles“. Der “Goldene Wasserfall” stürzt zunächst über eine 11 Meter hohe Gesteinstreppe, ehe er an einem zweiten Vorsprung weitere 21 Meter hinabstürzt. An dieser Stelle liegt die durchschnittliche Wasserführung des Flusses Hvítá bei 109 m³/Sek. Während der Frühjahrsschmelze und bei gleichzeitig hohem Niederschlag erreichen die Wassermassen jedoch bis zu 2.000 m³/Sek. Wenn man (wie wir) an einem sonnigen Nachmittag herkommt, weiß man, woher er den Namen hat: Die feine Gischt schimmert golden in der Sonne. 😉

Island-180Wir verbringen eine sehr entspannte Mittagspause bei 18°C auf der Terrasse in der Sonne. Die Bouillon mit Kartoffeln und Karotten als Einlage schmeckt da ausgezeichnet. Kaffee und Kuchen werden wir uns dann beim Geysir gönnen. Dort gibt es Illy-Kaffee, zubereitet nach feinster italienischer Barista-Manier.

Island-182Unser nächstes Ziel – 10 Minuten entfernt – sind die Geysire, der Große Geysir und der Strokkur (dt. Butterfass). Der Große Geysir bricht nur unregelmäßig aus. Dennoch gab allen anderen Springquellen den Namen. Erstmals wissenschaftlich erklärt wurde die Funktionsweise von Geysiren von dem deutschen Chemiker Robert Bunsen im 19. Jahrhundert. Das Phänomen basiert darauf, dass sich das weit über 100°C heiße Wasser im Geysir-Schacht schlagartig anfängt zu sieden (durch eine plötzliche Druckentlastung). Der nach oben strebende Dampf reißt dabei die darüber liegende Wassersäule in die Höhe.

Island-184Der Strokkur ist der Spektakulärere der beiden, da er in etwa alle 8 – 10 Minuten ausbricht. Die kochende Wassersäule erreicht dabei eine Höhe von 25 bis 35 Meter. Der Ausbruch kündigt sich durch eine Seifenblasen-artige Wasserblase an der Oberfläche an. Das 1. Mal schreckt Martina sich ziemlich, weil der Ausbruch laut ist. 🙂 Wir schauen uns 6 Ausbrüche an – jeder ist anders, aber immer faszinierend.

Island-202Am späten Nachmittag kommen wir am letzten Ort des “Golden Circle”, am Þingvellir, an. An diesem Ort wurde bereits um 930 jährlich während 2 Wochen im Juni die traditionelle gesetzgebende Versammlung Alþingi abgehalten. Die hinter dem Rücken des Gesetzessprecher auf dem Lögberg (dt. Gesetzesberg) aufragende Wand der Almannagjá (dt. Allmännerschlucht) diente als natürlicher Verstärker der gesprochenen Worte. Das Parlament tagte bis in die letzten Jahre des 18. Jahrhunderts im Þingvellir, dann wurde es von der dänischen Regierung aufgelöst.

Island-203Auch geologisch beeindruckt die Almannagjá als Grenze zwischen Europa und Amerika – die Grenze zwischen der eurasischen und der amerikanischen tektonischen Platte. Durch die stete Bewegung der tektonischen Platten bildeten sich Risse und ein Teil der Ebene begann langsam, sich abzusenken. Im Laufe der Jahrtausende sank das gesamte Tal immer weiter ein. Diese Einbrüche sind am östlichen Ufer des Sees besonders deutlich zu erkennen. Obwohl sich die Platten heute nur noch mit einer Geschwindigkeit von etwa 1-2 cm pro Jahr auseinander bewegen, kann man die Naturkräfte erahnen, die hier am Werk waren. 😯

Da wir das Þingvellir nicht so beeindruckend finden, verlassen wir den Ort abends noch einmal. Im Lindin, dem Lokal des Caterers der isländischen Parlaments, gönnen wir uns ein fantastisches Abendessen. Für Michi gibt es Rentier-Burger und für Martina Hummersuppe und Tartare vom Seesaibling (Arctic Char) mit Kokosnuss-Vinaigrette. Danach noch gemeinsam ein Schokolade-Trifle (dunkles Mousse, Himbeercreme mit Wassermelone, weißer Schoko-Schaum).

Noch während dem Abendessen beginnt es wieder stark zu regnen und es kühlt auf 5°C ab. Unglaublich, wie schnell sich das Wetter ändert! Michi erklärt, dass er keine Lust auf Zelten im Regen hat – wir müssen ja auch noch packen für die Heimreise. Ein Anruf im Hotel Geysir reserviert uns eine wunderschöne Hütte mit Bad und Wohnzimmer. Gleich nach dem Check-In gehen wir erst mal im Hot Pot baden.

Der Abend vergeht mit dem Bearbeiten der Fotos, dem Rückblick auf den bisherigen Urlaub und dem Packen – sowie dem Trinken des restlichen Whiskeys – ganz entspannt.

Þingvellir Nationalparkzentrum +Camping 1 Stern

N 64°16,800′

W 021°05,204′

Homepage

Lindin 5 Sterne

Lindarbraut 2

Tel. 486 1262

Homepage

Hotel Geysir 4 Sterne

Tel. 480 6800

Homepage

N 64°18,594′

W 020°18,078′

ISK 12.000 für ein Zimmer (1/2 Hütte) mit Dusche, WC

ISK pro Person

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