Irland – Tag 3: Midleton Distillery / Rock of Cashel

Gepostet von am 07. September 2006 in Reiseberichte, Urlaub | Keine Kommentare

_mg_1830Dem nebenan gezeigten B & B setzen wir gerne ein Denkmal:
Danke für eine unvergessliche Nacht mit allem Komfort.

Nach einer schlaflosen Nacht machen wir uns auf Richtung Cashel. Die Aussicht auf die Unterkunft in einem echten Schloss lässt Hoffnung aufkommen. Trotzdem ist die Stimmung nicht die beste, und so hoffen wir, dass ein Besuch in der Distille helfen wird.

Old Midleton Distillery

_mg_1821Whiskey brauen hat hier Tradition: Eine Distillerie wurde in Midleton bereits im Jahr 1825 von der Familie Murphy etabliert. Zwei Jahre vorher wurden die Bestimmungen bezüglich Alkoholbesteuerung gelockert, so dass die Destillerie im großen Stil errichtet wurde.

Unter anderem gibt es daher in Midleton den größten Brennkessel (Pot Still) der Welt.
Die Midleton Distillery ist mittlerweile einer der bedeutendsten Standorte der Whiskeyproduktion weltweit. Mit modernster Technologie, gepaart mit Tradition und exzellenter Kenntnis der Whiskeyherstellung genießt sie weltweit einen hervorragenden Ruf in der Welt der Whiskey-Experten.

_mg_1808Wir haben Glück – die Kassen sind leer. Was daran liegt, dass die Führung vor 5 Minuten begonnen hat. Wir werden gefragt, ob wir Lust haben, die Führung dennoch mitzumachen. (Auf den Einführungsfilm müssen wir verzichten, aber das ist ja nicht so schlimm.) Wir lernen also Louise, unseren Tour Guide kennen und den Rest der Gruppe. Es handelt sich um einen Firmenausflug und ein paar zusätzliche Teilnehmer – uns eingeschlossen.

_mg_1819Wir sind immer wieder erstaunt, wie begeistert irische Fremdenführer ihres Amtes walten. Louise erzählt also von den Anfängen der Whiskeybrennerei und davon, dass die Bauern sehr glücklich waren, dass eine Distille eröffnete. Zum einen wurde den Bauern die Abnahme der gesamten Gersteproduktion zugesagt und außerdem gab es oft ein Glas Whiskey gratis, wenn die Gerste in die Distillery geliefert wurde.

Auch die Kühe sollen in der Gegend übrigens seit jeher besonders glücklich sein (Louise: ‘The happiest cows ever‘), da sie die Abfälle der Maische gefüttert bekommen und diese Abfälle leicht alkoholisch sind.

_mg_1812Wir folgen der spannenden Führung und die Zeit vergeht wie im Flug. Der weltgrößte Pot Still ist wirklich groß… Die Verfahren zur Herstellung von Whiskey basieren – egal wo – auf den selben Prinzipien:  Das Getreide (in Irland also die Gerste) wird zu Schrot zerkleinert und mit warmem Wasser vermischt. Hierbei erfolgt eine Verzuckerung der Stärke. Die dabei entstehende Würze (engl. wort) wird anschließend in einem Behälter mit Hefe versetzt und vergoren.

_mg_1816Die dabei entstehende Flüssigkeit nennt sich wash und enthält 5 bis 10 Prozent Alkohol. Anschließend wird sie mehrfach durch Destillation im Pot Still gebrannt. Die Dämpfe (Alkohol, Geschmackstoffe) werden kondensiert, aufgefangen und gesammelt. Schließlich wird das Gebräu für mehrere Jahre in Holzfässern gelagert.

Pro Jahr verdunsten etwa 2,5 % des enthaltenen Alkohols, sodass nicht nur die Kühe wie oben schon erwähnt, sondern auch die Engel ihren Teil erhalten, der verdunstende Anteil heisst nämlich ‘Anteil der Engel’. (engl. angels share).

Schließlich kommen wir ans Ende der Führung und Louise sucht Freiwillige. Wofür, bleibt unklar. Martina meldet sich und muss ihre Marke für das Glas Whiskey abgeben. Etwas verwundert folgen wir der glücklich strahlenden Louise. Dann des Rätsels Lösung: Die Firma hat eine Whiskeyverkostung gebucht – so etwas kann man in dieser Art nur als große Gruppe machen. Da aber 3 Plätze frei bleiben und Louise ein Engel ist, können wir beide und eine deutsche Touristen daran teilnehmen.

_mg_1822-2So kosten wir 3 verschiedene Whiskey-Typen (irischen, schottischen und amerikanischen) und dann noch mal 5 irische Sorten. Bald haben wir ein ähnlich glückliches Grinsen wie Louise im Gesicht und nachdem wir versichert haben, dass der irische Whiskey selbstredend der beste sei, auch unser Zertifikat in Händen.

_mg_1803Bevor wir uns auf den Weg machen können, müssen wir erstmal was essen. Gottseidank ist das Esssen in der Distillery ausgezeichnet. Nach einer Pause und dem Besuch des Shops fahren wir an tollen Stränden vorbei nach Cahir, in der Nähe des Rock of Cashel. Dort haben wir in einem ganz besonderen B & B ein Zimmer reserviert:

Carrigeen Castle

Homepage

Peig Butler

Cahir, Co.Tipperary

 

Rock of Cashel

_mg_1835Nachdem wir alle vorgebuchten Hostels beschwingt abgesagt haben, machen wir uns gegen Abend noch auf, um den Rock of Cashel zu besichtigen. Der Felsen thront auf einer 200 Fuss aufragenden Anhöhe. Hier hatten einst die Könige von Munster ihren Sitz. Im Jahre 450 wurde der Felsen vom Heiligen Patrick besucht und im 10. Jahrhundert fand hier die Krönung des Hochkönigs Brian Boru statt.

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