Es ist Samstagvormittag, Michi ist bei einem Brauerei-Erlebnistag und ich bin in Wien. Mein Ziel ist die Albertina, genauer die aktuelle Ausstellung mit dem Titel Sammeln für die Zukunft. Mit dieser feiert die Albertina in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen.
1776 legt Albert von Sachsen-Teschen den Grundstein; nach ihm ist das Museum auch benannt. Marie Christine, der Lieblingstochter Maria Theresias, trägt (mit ihrem Vermögen und ihrem Kunstverständnis) maßgeblich zum Aufbau der Sammlung bei. Die Ausstellung zeigt erstmals, wie das Paar gemeinsam systematisch Werke zusammentrug.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage „Warum sammelt man eigentlich, und für wen? Die Antworten sollen die Bilder selbst geben. Der Audioguide erzählt auch etwas über die Zeit, in der ein bestimmtes Bild gesammelt wurde.
Natürlich darf ein Besuch beim Bild „Feldhase“ aus 1502 nicht fehlen. Immerhin kennt man das Gemälde vom Zeichenblock der Kindheit; außerdem war er lange nicht ausgestellt. Aus der Distanz wirkt das Aquarell fast wie eine Fotografie, so genau sind Fell, Ohren und Schnurrhaare wiedergegeben. Erst aus nächster Nähe erkenne ich die filigranen Pinselstriche.
Rembrandts Zeichnung Ein Elefant benötigt dahingegen nur wenige Striche, um das Tier darzustellen.
Ein Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren mit dem interessanten Titel Die großen Fische fressen die kleinen aus 1556 finde ich ebenfalls ungewöhnlich. Immer wieder entdecke ich Details in dem übergroßen Fisch.
Dann stoße ich auf ein bekanntes Motiv. Ein Bild von Giovanni Antonio Canal, besser bekannt als Canaletto. Seine Werke habe ich ja schon in einer eigenen Ausstellung gesehen.
Zu sehen ist auch das erste Werk von Egon Schiele, das die Albertina 1924 erworben hat: Das Aktselbstbildnis.
Ein eigener Raum widmet sich der Frage, wie sich die Sammlung nach dem Ende der Monarchie weiterentwickelte. Schon bald (ab 1913) versuchte man, so wie zum Beispiel Josef Meder, die Sammlung zu strukturieren.

Einen Raum weiter wird es dann überraschend zeitgenössisch: Die Künstlerin Rosa Barba hat für das Jubiläumsjahr eine eigene Installation geschaffen, die sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Albertina auseinandersetzt. Ich stehe also vor einer Projektion, in der sich Wassertropfen und Farbe ausbreiten.
Danach gönne mir noch einen Espresso Macchiato (und ein Stück Dobostorte) beim Demel, der das Café in der Albertina betreibt.
Albertina Wien
„Gothic Modern“
Eintritt: EUR 19,90 pro Person
Audioguide am eigenen Handy: EUR 5,00
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