London 2022 – Tag 4

Im Vergleich zu den letzten, sehr warmen Tagen ist es heute etwas kühler und leicht bedeckt. Heute also keine Parks und Gärten, sondern etwas Kultur.

Glück gehabt. Wir haben die letzten beiden Tickets für eine geführte Tour der Tower Bridge ergattert. Auf Grund der kleinen Gruppe (16 Personen) erhoffen wir uns einiges.

Tower Bridge

Londons East End, wo die Tower Bridge steht, war 1886-1894 vollkommen überbevölkert und somit war es dringend notwendig, eine Brücke zwischen den beiden Ufern zu bauen. Das Problem: Eine traditionelle Brücke konnte man nicht bauen, da sonst große Schiffe nicht mehr zu den Hafenanlagen gelangen konnte, daher entschied man sich für eine Hänge- und Klappbrücke. Das bedingte dann auch das heutige Aussehen der Brücke: Die beiden Pfeiler sind massiv gebaut, um das Gewicht der klappbaren Brückenteile tragen zu können. Die oberen Stege sind nötig, um die Türme zusammen zu spannen und die horizontalen Zugkräfte an die Hängeseile weiter zu leiten.

Über 1.000 Mal im Jahr öffnen sich sich die Brückenteile (seit der Pandemie nur mehr 300 Mal) ansonsten dient sie dem Verkehr; auch heute noch nutzen schätzungsweise 50.000 Autos täglich diese Brücke. Die Besichtigung der Brücke folgt einem vorgegebenen Weg. Wir folgen daher allen Besuchern und beginnen beim North Tower, bevor wir den East Walkway zur Überquerung der Themse nutzen. Nach der Besichtigung des oberen Bereichs des South Tower geht es über den West Walkway zur unteren Ebene des South Towers. Schließlich gelangen wir über den Walk of Fame in den Maschinenraum der Tower Bridge.

Die beiden Walkways in 42 Meter Höhe haben einen Glasboden (bestehend aus beruhigend soliden Glasplatten von je einer halben Tonne) und auch einen Spiegel an der Decke. Dadurch kann man Fotos von sich auf der Brücke machen. Der Ausblick ist ohnehin toll und wir sehen vieles, was wir schon besucht haben; zum Beispiel The Shard, den Big Ben, die HMS Belfast, den Tower of London oder das London Eye. Der Maschinenraum – für uns ebenso spannend – liegt etwas entfernt am Ufer. Besonders beeindruckend sind die Maschinen aus der viktorianischen Zeit, die die Brückenteile heben, wenn ein Schiff hindurch fahren möchte. Die Führung ist sehr kurzweilig und wirklich interessant – sehr zu empfehlen.

Zu Mittag haben wir im Hakkasan Mayfair reserviert. Das schicke chinesische Restaurant bietet ein exzellentes Mitagsangebot. Ein fixes Menü garantiert einen Streifzug durch das Angebot. Wir sind begeistert und genießen das Essen.

Den heutigen Abschluss bildet ein Besuch im Museum.

National History Museum

Allein die Architektur ist beeindruckend: Das National History Museum wurde bereits 1754 gegründet, basierend auf den Sammlungen von Sir Hans Sloane und 1881 in das heutige palastähnliche Gebäude verlegt. Auf 80.000 Millionen Artefakte aus den Bereichen Zoologie, Paläontologie, Mineralogie, Entomologie und Botanik ist die Sammlung bereits angewachsen, wobei jedes Jahr weitere 500.000 hinzukommen.

Die Ausstellungen sind in 4 Themenbereiche (Life, Planet Earth, Darwin und Wildlife) gegliedert. Die Orientierung fällt leicht, da das Museum in farblich gekennzeichnete Bereiche unterteilt ist.

Blaue Zone: Dinosaurier

Hier ist es noch immer etwas voll – die Skelette der Dinosaurier ziehen alle (vor allem Kinder) an. Der Iguanodon und der Hypsilophodon sind nur zwei der Echsen, die hier ausgestellt sind.

Trotzdem können wir den bewegten Tyrannosaurus Rex ganz in Ruhe ohne Wartezeit bestaunen und auch bei allen anderen Echsen ist genug Platz.

Die großen Skelette sind wirklich beeindruckend. Zu den beliebten Exponaten gehören ein Teil eines der ersten ausgegrabenen Tyrannosaurus Rex sowie ein Triceratops.

Rote Zone: Planet Earth

In der Earth Hall beeindrucken 2 Exponate: Zum einen das vollständigste fossile Stegosaurus-Skelett, das jemals gefunden wurde. Mit einer Höhe von drei Metern und einer Länge von fast sechs Metern ist unübersehbar. Ebenso beeindruckend ist der Planet mit einem Durchmesser von 20 Metern, in dessen rotes Erdinnere eine Rolltreppe führt.

Umgeben von einer Himmelskarte an den Wänden finden wir hier sowohl ein Stück Mondgestein als auch die Simulation eines Erdbebens in Kyoto.

Die angrenzende Galerie ist dem Platz des Menschens in der Evolution gewidmet. Hier finden sich auch die Überreste von Lucy, dem Australopithecus, der 1974 in Äthiopien entdeckt wurde und vermutlich zwischen 1,5 und 5 Millionen Jahre alt ist.

De riesige 3,5 Tonnen schwere Cranbourne-Meteorit aus Australien findet sich übrigens im Museumsshop nach diesem Ausstellungsraum. Das hat uns zugeben sehr überrascht.

Grüne Zone: Säugetierausstellung

Die Mineraliengalerie enthält eine Sammlung von Meteoriten. Im Safe (The Vault) werden die besonders wertvollen Stücke gezeigt: Seltene Edelsteine, etwa eine Sammlung von 294 natürlich gefärbten Diamanten. Auch der Winchcombe Meteorit findet sich hier. Er ist der letzte Meteorit der (nach einer Pause von 30 Jahren) in Großbritannien gefunden wurde.

Tower Bridge
Homepage
U-Bahn Station Tower Hill
Eintritt £ 10,60 pro Person

Hakkasan Mayfair
Homepage

National History Museum
Homepage
U-Bahn Station South Kensington
Eintritt frei

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