Oslo Advent 2025: Tag 1 – Astrup Fearnley Museet, Oslo Tree

Die Anreise nach Oslo war problemlos: Wie immer haben wir die Lounge am Flughafen in Wien für ein Frühstück vor dem Flug genutzt. Mit dem Schnellzug Flytoget gelangen wir in einer halben Stunde zu unserem Hotel.

Tigerstatue vor dem Bahnhof

Oslo trägt den Spitznamen Tigerstaden (dt. Tigerstadt). Der Name leitet sich von einem Werk des Dichters Bjørnstjerne Bjørnson, Sidste Sang, ab. Es beschreibt den Kampf zwischen einem Pferd und einem Tiger; der Tiger steht für die gefährliche Stadt und das Pferd für das sichere Leben auf dem Land.

Zur 1000-Jahresfeier der Stadt erhielt Oslo daher eine 4,5 Meter große, bronzene Statue eines Tigers als Geschenk. Dieses steht seitdem vor dem Osloer Hauptbahnhof.

The Thief

Da diese Reise ein Geburtstagsgeschenk zum 50. Geburtstag von Martina ist, haben wir uns für ein ganz besonderes Hotel entschieden: Wir übernachten im „The Tief“. Das Hotel befindet sich im Stadtteil Tjuvohlmen. Es liegt auf einer Insel, die im 18. Jahrhundert von Räubern dominiert wurde; daher auch der Name des Hotels.

Das Hotel beeindruckt bereits in den ersten Momenten: Die Hotellobby ist wunderschön eingerichtet – dunkle Stoffe, Goldtöne und zahlreiche Skulpturen und Kunstwerke vermitteln uns sofort ein luxuriöses Gefühl. Die Lobby verfügte über hohe Fenster, durch die viel Tageslicht in den Raum fällt.

Die Kunstsammlung (von Videokunst in den Aufzügen bis hin zu Originalstücken in den Zimmern) wurde von Sune Nordgren, der ehemaligen Direktorin des Norwegischen Nationalmuseums für Kunst, kuratiert.

Im hinteren Teil des Hotels befinden sich zusätzliche Loungesessel an der Hotelbar, und das beleuchtete Barregal im Hintergrund ist beinahe selbst ein Kunstwerk. 

Nach einem entspannten Check In beziehen wir unser Zimmer. Die bodentiefen Fenster und der private Balkon bieten eine unglaubliche Aussicht auf den Fjord und auch die Gestaltung des Zimmers lässt keine Wünsche offen.

Astrup Fearnley Museet

Danach haben wir nur ein paar Schritte bis zum Astrup Fearnley Museum Of Modern Art. Der Eintritt ist in unserem Aufenthalt im Hotel enthalten.

Das von Renzo Piano (Architekt des Pariser Pompidou oder des Londoner The Shard und vieler weiterer Architekturikonen) entworfene, markante Gebäude besteht aus Beton, Zink und Holz und ist seit 2012 der Sitz des Museums. Das Gebäude hat eine yachtähnliche Form und ist tatsächlich mit einer echten Takelage ausgestattet. Das Museum besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen internationaler zeitgenössischer Kunst in Europa.

Dauerausstellung

Die Objekte werden in zehn Räumen in zwei Gebäudeteilen gezeigt, beginnend mit der ständigen Sammlung auf der Nordseite eines Kanals, der die Mitte des Museums durchschneidet. Zu sehen sind zahlreiche Kunstwerke des amerikanischen Künstlers Damien Hirst.

Sonderausstellung

Aktuell wird Burning the Days von Lutz Bacher gezeigt. Lutz Bacher ist nicht der richtige Name der Künstlerin. Sie wählte ein Pseudonym, das zur Folge hat, dass man sie (absichtlich?) fälschlicherweise für einen deutschen Mann halten könnte.

Die Ausstellung besticht durch ein Spannungsverhältnis zwischen Zeigen und Erzählen. Beschriftete Bilder von Himmelskörpern, aufgenommen durch Teleskope und aus Büchern ausgeschnitten, zieren die Wände eines Raumes. Auf dem Boden kontrastiert eine Ansammlung schwarzer Gummibälle. Das Berühren der Stressbälle ist verboten und zeigt das Unerreichbare, ebenso wie die Bilder, die so klein und schlecht gedruckt sind, dass man sie kaum erkennen kann.

Immer wieder sieht man überraschende Objekte. Ein lebensgroßes Schachbrett präsentiert flache und dreidimensionale Spielfiguren – einen Papp-Elvis, halbierte Türme und halb runde Bauern.

Wir haben den Besuch sehr genossen. Besonders beeindruckt hat uns, wie mutig und vielfältig die ausgestellten Werke sind – manches hat uns sofort begeistert, anderes bringt einen zum Nachdenken. Das Museum fühlt sich zudem nicht überladen an, sondern lässt jedem Kunstwerk Raum zum Wirken.

Oslo Tree

Der Oslo Tree ist eine Kunstinstallation direkt neben unserem Hotel, die die Grenzen zwischen Kunst, Natur und Technologie verschwimmen lassen soll.

Die Installation ist 14 Meter hoch und besteht aus 15.000 Blättern mit insgesamt 150.000 computergesteuerten LED-Leuchten, die unzählige dynamische Muster und Effekte erzeugen können.

Zum Abschluss des Tages haben wir im Lofoten Fiskerestaurant reserviert.

Zurück im Hotel stolpern wir in der Bar über die nächste Weihnachtsfeier. Die Bar ist daher noch kurz geschlossen – was angesichts einer jungen Dame, die ein Kleid aus gefüllten Sektgläsern trägt – nicht zu übersehen ist. Bald wechselt die weihnachtliche Gesellschaft zum Essen und wir können doch noch einen Drink in der Bar nehmen.


Flytoget AirPort Express Train
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NOK 480 pro Person (hin und retour)

The Thief Hotel
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„The Culinary Thief“ inkl. Frühstück und 5-Gang-Dinner, Superior Room
NOK 15.413 für 3 Nächte

Astrup Fearnley Museum
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NOK 150 pro Person (für uns inklusive)

Lofoten Fiskerestaurant
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