Barcelona 2022 – Tag 2 (Sagrada Familia, Passeig de Gràcia, Casa Batlló)

Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns direkt auf den Weg zur Sagrada Família, die eigentlich Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família (Basilika und Sühnetempel der Heiligen Familie) heißt. Die Kirche ist (ohne zu übertreibend) eines der imposantesten Bauwerke der Welt. Dabei ist die Kathedrale noch nicht einmal fertig gestellt.

Sagrada Familia

Die Bauarbeiten begannen um 1882 unter der Leitung des Architekten Francisco de Paula del Villar, doch aufgrund von Unstimmigkeiten mit den Auftraggebern übernahm Antoni Gaudí das Projekt. Mit ihm an Bord erhielt der Bauplan ein neues Leben. 18 Türme (12 für die 12 Apostel, 4 für die Evangelisten, einen für die Jungfrau Maria und den größten Turm für Jesus Christus) umfasste die Vision der fertigen Kirche.

Nach der Fertigstellung der Casa Milà im Jahr 1912 widmete Antoni Gaudí bis zu seinem Tod im Jahr 1926 seine ganze Kraft dem Bau der Sagrada Família. Die Basilika wurde während des Spanischen Bürgerkriegs schwer beschädigt, und die Arbeiten wurden bis 1954 auf Eis gelegt. Zum 100. Todestag von Antoni Gaudí 2026 soll der Bau der Sagrada Familia nach 144 Jahren endlich abgeschlossen sein.

Die Sagrada Família besteht aus 4 Hauptteilen: der Basilika, den Türmen, einem Schulgebäude und dem Gaudí-Museum. Wir haben online einen Eintritt in die Basilika und Auffahrt auf einen der Türme gebucht. Die hohen Eintrittsgelder werden übrigens für den Bau der Sagrada Familia verwendet.

Die nördliche Fassade, die Geburtsfassade, zeigt die Geburt Jesu und Teile seines Lebens. Die Detailtreue lässt erahnen, warum die Verzierungen so viel Zeit in Anspruch genommen haben. 3 Portale symbolisieren die christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung.

An der Südwestseite der Kirche war ein anderer Baumeister am Werk – und das ist nicht zu übersehen. Statt der reichen Verzierungen zeigt die Passionsfassade klare Strukturen und große Figuren.

Die Arbeiten an der Südostseite haben gerade erst begonnen. Die Fassade der Herrlichkeit soll 21 Säulen und 2 Kapellen erhalten.

Das Innere der Kirche ist aus unterschiedlichen Materialien gestaltet und eindeutig von der Natur inspiriert. Die mächtigen Säulen erinnern an die Äste und stützen die Decke wie die Krone eines Baumes ohne weitere Zwischenstreben. Die Sonne bringt die Glasfenster zum Glühen und taucht den Kirchenraum in buntes Licht.

Neben den Fassaden sind 8 der geplanten 18 Türme bereits fertig gestellt und können von Innen besichtigt werden. Die Aussicht von oben war zwar nicht aufregend. Immerhin kann man die verspielten Details der Türme aus der Nähe zu betrachten. Außerdem hat man einen guten Blick auf die Bauarbeiten.

Museum

Unterhalb Kirche befindet sich das Museum, in dem grafische Dokumente, Baupläne und Modelle in Bezug auf die Baugeschichte der Sagrada Familia ausgestellt sind. Durch ein Glasfenster kann man in die Werkstatt schauen wo die Modelle der zukünftigen Bausteine als 3D-Druck hergestellt werden.

Neben unserem nächsten Ziel lockt ein kleines Café, in dem wir erst einmal etwas trinken.

Casa de les Punxes / Casa de los Picos

Die Casa Terradas, ein auffälliges Gebäude aus Terrakotta, wird wegen ihrem spitzen Dach auch Casa de les Punxes (Haus der Spitzen) genannt. Die hohen Türmchen erinnern an eine mittelalterliche Burg, die Fassade enthält hingegen typische gotische Elemente wie verzierte Balkone und weiter oben zeigen bunte Fliesen patriotische Symbole Kataloniens.

Anschließend spazieren wir zum Restaurant Xerta. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant bietet in spanischer Tradition ein Mittagsmenü in 3 Gängen samt Brot, Wasser, 2 Gläsern Wein und Kaffee an. Wir sind vom gesamten Erlebnis begeistert, jeder Gang ist exzellent und ungewöhnlich und der Service ist sehr persönlich. Eine klare Empfehlung für eine wunderbare Mittagspause.

Passeig de Gràcia / Passeo de Gràcia

Wir haben wie die meisten der anderen Touristen vor allem 2 Gründe, den Passeig de Gràcia zu besuchen: Antoni Gaudís berühmte Häuser Casa Batlló und die Casa Milà (La Pedrera). Dabei gibt es hier durchaus noch weitere sehenswerte Gebäude anderer modernistischer Architekten, wie die Casa Amatller und die Casa Lleó Morera. Diese 4 Häuser zeigen verschiedene künstlerische Stile, die miteinander und mit der restlichen Umgebung konkurrieren, weshalb die Einheimischen der Straße den Spitznamen Illa de la Discòrdia (Straße der Zwietracht) gegeben haben.

Casa Milà (La Pedrera)

Die Hausnummer 92 des Passeig de Gràcia hat die Casa Milà. Das Bauwerk wurde schon während des Baus La Pedrera (Der Steinbruch) getauft – damals spöttisch, heute eher eine liebevolle Bezeichnung. Der Name hat 2 Ursprünge: Einerseits wegen der geschwungenen grauen Außenfassade und andererseits wegen dem Umstand, dass die Steine direkt vor Ort in Form gemeißelt wurden. Wir verzichten auf eine Besichtigung des Inneren zu Gunsten des nächsten Gebäudes.

Casa Batlló

An der Hausnummer 43 steht die Casa Batlló. Das Gebäude wurde 1877 errichtet und 1904 bis 1906 von Antoni Gaudí im Stil des Modernisme (einer Art Katalanischer Jugendstil) neu gestaltet. Das Haus trägt den Spitznamen Casa del ossos (Haus der Knochen), da die Fassade frappant an ein Skelett erinnert.

Die Balkone schauen aus wie Totenköpfe, das Dach stellt Drachenschuppen dar und die auffällige Fensterfront im ersten Stock bildet das Maul des Drachen. Das bunte Gebäude stellt übrigens auch die Geschichte des Schutzpatrons von Katalonien, des Heiligen Georgs, dar.

Wir haben uns Gottseidank online ein Ticket zum Besuch der Casa Batlló reserviert. Das teuerste Ticket ist umbuchbar (COVID-19) und ermöglicht einen schnelleren Zugang. So können wir an den Warteschlangen vorbei spazieren. Außerdem bekommen wir ein Tablet als Hilfsmittel, mit dem man virtuelle Bilder anzeigen kann – diese stellen das Gebäude möbliert dar oder lassen Fische über Wände schwimmen. Nicht zuletzt können wir auch die privaten Wohnräume der Familie Batlló besichtigen.

Im Gaudí Dôme erfahren wir mit Audio Guide und Virtual Reality Tablet alles zur Kindheit Gaudis. Im „Bauch des Drachens“, also im Inneren, finden sich spannende Details – ein geschwungener Dachboden etwa.

Auf dem Dach der Casa Batlló haben wir einen super Blick auf das Stadtzentrum von Barcelona, umgeben von den verrückten künstlerischen Details.

In den Keller der Casa führt ein vom japanischen Architekten Kengo Kuma gestaltete Treppenhaus. Insgesamt hat sich die ausführliche Besichtigung für uns wirklich gelohnt, die seltsame Gestaltung des Gebäudes und der Ausblick sind jedenfalls einen Besuch wert.

Nach einem entspannten Tag genießen wir die Zeit auf der eigenen Terrasse. Praktisch, dass die Bar des Hotels gleich oberhalb ist. Es ist ein herrlicher, südländischer Abend: Die Luft ist warm und es ist es erstaunlich ruhig hier über den Dächern von Barcelona.


Sagrada Familia
Homepage
Eintritt: EUR 36,00 pro Person (Basilika, Audioguide und Türme)

Restaurant Xerta
Homepage
Mittagsmenü „Menú Ejecutivo“ 3 Gänge, inklusive Wein, Kaffee, Wasser und Brot: € 45,00

Casa Batlló
Homepage
Eintritt: EUR 45,00 pro Person (Gold)

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